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Da in Ungarn jeder ohne Erlaubnis ein Tierheim eröffnen und führen kann, gibt es keine offizielle Auslistung der vorhandenen Tierheime.
Behördlich genehmigte Tierheime gibt es nur ca. 10 Stück (darunter Pecs, Szekszard, Székesfehérvár und Györ).
Insgesamt gibt es ca. 100 Tierheime in Ungarn, ca. 70 - 80 werden dabei von lokalen Tierschutzvereinen oder Privatpersonen betrieben.
Da wir nur sehr wenig ungarisch können, können wir hier nur die Tierheime vorstellen, die von einer deutschen Organisation unterstützt werden. Wir haben dabei nach
Rücksprache die Informationen über das Tierheim von den Internetseiten der Organisationen bzw. falls vorhanden den Seiten des Tierheims übernommen.
Wir versuchen auch selber die Tierheime zu besuchen, um einen eigenen Eindruck zu gewinnen, dieser ist dann links unter Tierheimbesuche nachzulesen.
Mit den hier angegebenen Informationen möchten wir lediglich einen Einblick in die Arbeit und den Alltag
der Tierheime vermitteln. Natürlich gibt es noch viel mehr Tierheime in Ungarn, aber leider können
wir diese nicht alle besuchen und vorstellen.
Inwiefern die Tierheime bzw. die Hilfe der
Organisationen zu bewerten ist, möge jeder selbst entscheiden. Folgendes sollte man dabei allerdings bedenken:
Vorschriften oder gar Kontrollen gibt es keine, deswegen gibt es leider auch bei den Tierheimen "schwarze Schafe" und nicht bei jedem stehen die Tiere im Vordergrund.
Manche Mängel in der Haltung liegen aber auch einfach an den fehlenden finanziellen und personellen Mitteln. Man darf den Standard in Deutschland nicht mit Ungarn
vergleichen. Die Tierheime finanzieren sich fast ausschließlich über Spenden, die Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich und oft haben die Tierheime mit ganz anderen Problemen
zu käpfen, als wir sie aus Deutschland kennen. Zum Beispiel fahren deutsche Tierärzte manchmal für ein bis zwei Wochen nach Ungarn in ein Tierheim, um
dort ehrenamtlich Kastrationen und andere Operationen durchzuführen. Manche Tierheime können diese Hilfe nicht annehmen, da sonst der ungarische Arzt, der die Tiere
normalerweise versorgt, nicht mehr für das Tierheim arbeiten würde. Aus dem einfachen Grund, das ihm durch die ehrenamtliche Hilfsaktion sein Lohn für diese Zeit
verloren geht.
In einem Land, in dem der Großteil vor allem der ländlichen Bevölkerung sehr arm ist, sind solche Überlegungen wohl verständlich. Sowieso ist die Armut der
Menschen ein Faktor, der Mitleid mit den Tieren kaum möglich macht. Wer selber kaum etwas zu essen und kein Geld für Medikamente hat, hat wohl kaum Verständnis dafür,
dass Spendenaufrufe für kranke Hunde gemacht werden. So stoßen manche Tierheime mit ihrer Arbeit auf wenig Gegenliebe bei der Bevölkerung.
Hinzu kommt, dass die Tierheime auf die
Gunst der Behörden angewiesen sind, denn diese könnten durchaus irgendwelche Gründe finden, ein Tierheim einfach zu schließen, wenn sie es denn wollten. So müssen
also auch politische Aspekte bei der Tierheimarbeit in Betracht gezogen werden.
Problem Nummer 1 ist und bleibt aber für alle Tierschutzvereine und Tierheime im Land die fehlende solide finanzielle Grundlage. Es gibt zwar durchaus Unterschiede in der "Aussattung" der
Tierheime. Manche haben noch nicht mal fließendes Wasser, geschweige denn Strom und sind völlig überfüllt während andere eigene Welpenstationen haben,
Auslaufflächen und für jeden Hund eine eigene Hütte. Trotzdem sind alle auf Geld angewiesen. Selbst die Tierheime, die das Glück haben, von einer
ausländischen Organisation unterstützt zu werden und dadurch einen für ungarische Verhätnisse hohen Standard erreicht haben, sind objektiv gesehen
schlecht dran. So haben z.B. alle Tierheime bzw. deren "Insassen" mit dem harten ungarischen Winter zu kämpfen. Da die wenigsten Zwinger überdacht sind und es
gar keine Innenanlagen gibt, sind die Hunde und anderen Tierheimbewohner der Kälte und dem Schnee ausgeliefert. Welpen, kranke und alte Tiere haben im Winter kaum eine Chance.
Außerdem sind die elektrischen Anlagen, die Rohre, Wasserleitungen etc. überall total veraltet und marode. So kann es auch einem Tierheim, dem es vergleichsweise gut geht,
passieren, dass plötzlich sehr große Schäden auftreten, die aus eigener Kraft nicht zu beheben sind.
Es gibt Tierheime, die vergleichsweise gut dran sind und trotzdem dringend Hilfe brauchen, es gibt Tierheime, denen es sehr schlecht geht, weil es den Mitarbeitern egal ist und
es gibt Tierheime, denen es sehr schlecht geht weil die Mitarbeiter alles in ihrer Macht stehende tun und das aber zum Leid der Tiere trotzdem nicht reicht. Leidtragende sind aber immer
die Tiere.
Mehr allgemeine Informationen zu ungarischen Tierheimen gibt es unter SITUATION/Tierheime.
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