DIE ZWEI GESICHTER VON UNGARN

Für tausende von Deutschen und anderen Touristen ist Ungarn das Urlaubsland. Jedes Jahr bevölkern sie vor allem die Region rund um den Balaton. Aber auch Budapest, der Süden Ungarns mit Pecs und andere Regionen sind beliebte Reiseziele. In letzter Zeit war sogar öfter vom "Mallorca des Ostens" die Rede, wenn man Berichte über die Balatonregion im Fernsehen sah. Ungarn tut alles dafür, dass auch weiterhin Touristen das Land bevölkern, sich wohl fühlen und möglichst viele Devisen im Land lassen.

DOCH WAS IST MIT DEN TIEREN?

Für die tut Ungarn noch ziemlich wenig. Tiere haben in Ungarn einfach einen ganz anderen Stellenwert wie bei uns. Dort sind sie oft bloß "Sachen", die einen Zweck erfüllen müssen, keine Lebewesen. Sie werden vielmals unter miserablen Umständen gehalten und wenn Tiere krank werden oder sich verletzen oder auch einfach nur alt sind, werden sie oft ausgestoßen oder, noch schlimmer, aufgehängt, da der Tierarzt zu teuer wäre. Herrenlose oder ungewollte Hunde werden vom Tierfänger aufgelesen und landen in kommunalen Auffangstationen. Dort gibt es kaum Futter, keine tiermedizinische Versorgung, und die "Aufbewahrungsdauer" ist auf wenige Tage begrenzt. Danach werden sie getötet, grausam und qualvoll umgebracht, denn die Spritze für einen sanften Tod würde ja wieder Geld kosten...

Das schlimme ist, das vielen Ungarn eine Kastration zu teuer ist. So kommen immer mehr Tiere auf die Welt, die nur geboren werden um zu leiden und das vorherrschende Problem noch verschärfen.

Ungarn steht in Sachen Tierschutz noch am Anfang eines langen Weges: Es gibt nicht genügend Tierheime, das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und die meisten Tierärzte setzen sich nicht mit dem Thema Tierschutz auseinander, es gibt fast keine staatliche oder städtische Unterstützung für den Tierschutz und die Tierschutzorganisationen haben oftmals nicht die Mittel, um ein Tierheim zu betreiben. Die Tötung der Tiere ist leider noch die schnellste und billigste Variante.

hund aus cegeld

diese junge Hündin hat eine ca. 1/2cm tiefe Wunde rund um den Hals. Zum Glück wurde sie von Mitarbeitern des Tierheim Cegled gefunden. Dort kann sie sich von ihrem Leid erholen.

DOCH ES GIBT AUCH HOFFNUNG!

hund aus foeldvar

Dieser ungarische Hund hat Glück und bekommt von seinem tierlieben Herrchen ein Eis zur Erfrischung.

Am 25.01.2010 ist endlich ein neues Tierschutzgesetz in Kraft getreten, das klare Regeln zur Haltung von Tieren vorgibt. Ganz wichtig sind die Neuerungen, dass Tierschutz zum Pflichtfach in der Schule ernannt wurde und Tierquälerei ab sofort Straftatbestand ist. Damit ist Ungarn Vorreiter im osteuropäischen Raum. Immer mehr Ungarn setzen sich für den Tierschutz ein und in den Städten ist zu beobachten, dass auch mal Tiere in der Wohnung gehalten und an der Leine spaziert geführt werden. Inzwischen gibt es auch manche Hundefänger, die selber ein Herz für die Tiere haben und mit den örtlichen Tierschützern zusammen arbeiten. Durch die vorbildliche Aufklärungsarbeit (wie z.B. Veranstaltungen, Vorträge, Führungen usw.) besonders im Kinder- und Jugendbereich, die einige ungarische Tierschutzvereine leisten, fängt langsam ein Umdenken in diesen Regionen an was das Thema Tier- und Naturschutz betrifft. Das neue Schulfach wird hoffentlich auch gerade bei den Kindern eine neue Sichtweise auf Tiere und Natur fördern.

Endlich scheint Ungarn auf dem richtigen Weg zu sein. Die Geschichten von erfolgreichen Rettungsaktionen, die Bilder von glücklichen Hunden in ihrem neuem Zu Hause, die Berichte von gelungenen Kastrationsaktionen, das Interesse der Kinder am Tierschutz, all das macht Mut, diesen Weg weiterzugehen.

Bleibt zu hoffen, dass bald ganz Ungarn gemeinsam diesen Weg beschreitet.


Dies ist ein Auszug der Seite www.ungarn-tierschutz.de