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In letzter Zeit haben die Medien wieder vermehrt ihr Lieblingsthema "Der Hund - die Bestie" aufgenommen. Es werden Berichte
gezeigt von verletzten Kindern, die von wilden Hunden angegriffen wurden, von Tierheimen, die ihre Hunde nicht unter
Kontrolle bekommen, vom Wesenstest, bei dem bissige Hunde den Trainer angreifen usw. Dazu das immer beliebte Thema, alles
versinkt in Hundescheiße. Die jeweiligen Besitzer der Hunde sind entsprechend aggressiv, zeigen keinerlei Verständnis und
finden das Verhalten ihrer Hunde noch gut. Wie praktisch, so kann man nicht nur Hass gegen Hunde, sondern gleichzeitig auch gegen Hundebesitzer
schüren.
Für alle, die es noch nicht wissen: Medien können ihre Berichterstattung immer so darstellen, dass sie ein bestimmtes Bild
entstehen lassen und damit eine bestimmte Meinung bei den Zuschauern erzeugen!
Und was die Medien mit dieser Art Berichterstattung machen ist nichts anderes als ganz unfaire und gefährliche Hetze gegen
Hunde (und deren Besitzer). Unfair deswegen, weil natürlich nicht alle Hunde und Besitzer so sind. Und gefährlich, weil
durch diese Berichte bei den Menschen - und vor allem Kindern! - nicht nur Hass sondern auch Angst geschürt wird.
Wenn nun so ein Mensch - der noch die Bilder vom Zähne fletschenden Staffordshire aus der letzten Pro7 Taff Sendung vor Augen hat -
auf einen Hund trifft, strahlt er ungewollt diese Angst aus und das riecht der Hund. Das Problem ist nur, dass der Hund das Signal
missversteht und als Aggressivität deutet. Der Hund denkt, dieser Mensch wollte ihn angreifen. Wenn der Mensch dann noch weitere
Signale aussendet wie den Hund anstarren, mit Beinen oder Armen nach dem Hund schlagen, kreischen und weglaufen (typische Reaktion von Kindern),
dann fühlt sich der Hund akut bedroht und muss naturgemäß reagieren, um sich zu verteidigen.
Diesen typischen Ablauf kann man ganz leicht verhindern, wenn man mit dem Hund in seiner Sprache kommuniziert. Dazu muss man nur ein
paar ganz einfache Regeln beachten:
- Einen Hund nicht anstarren
- Keine hektische Bewegungen in Richtung des Hundes machen (treten, mit den Armen fuchteln usw.)
- Nicht laut kreischen
- Nicht wegrennen
Stattdessen einen fremden Hund gar nicht beachten (nicht anschauen) und ruhig an ihm vorbeigehen, bzw. sich von ihm entfernen.
Warum werden diese einfachen Regeln nicht mal in den Medien verbreitet? Soviele Vorfälle könnten dadurch vermieden
werden.
Anstatt gegen Hunde zu hetzten und damit die Angst und das falsche Verhalten von Menschen und vor allem Kindern zu schüren,
sollten die Medien mal besser zeigen, wie man sich richtig verhält!
(Ich finde sowieso, dass jedes Jahr ein Hundetrainer in jede Schule gehen müsste, um den Kindern den richtigen Umgang mit
Tieren beizubringen.)
Außerdem könnten die Medien auch mal positive Berichte über Hunde zeigen, schließlich profitieren die
Menschen auf vielen Gebieten von Hunden und nehmen ihre Dienste gerne in Anspruch:
- Hunde, die Menschen in Trümmern aufspüren, die nach einem Erdbeben verschüttet wurden
- Hunde, die im Altenheim den alten Menschen einen Sinn geben, weiterzuleben
- Hunde, die Drogen aufspüren
- Hunde, die Menschen unter Lawinen aufspüren
- Hunde, die es blinden Menschen ermöglichen, normal zu leben
- Hunde, die Kindern das Leben gerettet haben, weil sie ein Feuer gerochen und die Kinder geweckt haben
- Hunde, die über Mienenfelder laufen, damit sie von versteckten Mienen verletzt/getötet werden und nicht die Menschen
- usw. usw.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Umgang mit einem Haustier Glückshormone hevorruft und z.B. wesentlich zur Heilung
psychisch kranker Menschen beiträgt. Kinder lernen durch den Umgang mit Tieren soziales Verhalten, z.B. Verantwortung zu
übernehmen.
Tiere haben so viele positive Seiten, liebe Medien, bitte zeigt die auch einmal!
Damit könntet Ihr dazu beitragen, dass Menschen die unbegründete Angst vor Hunden verlieren und ruhig mit diesen umgehen
könnten.
PS: Und was die viel verfluchte Hundescheiße angeht: Ich wohne in Köln und kann den kürzlich gezeigten Bericht
bei RTL Explosiv nicht bestätigen. Das Verhalten der Besitzer hat sich in den letzten Jahren geändert und man sieht bei weitem
nicht so viel Hundekot auf den Straßen. Statt dessen ist es viel wahrscheinlicher, dass man - gerade auf Spielplätzen -
in Scherben von Bierflaschen tritt. In einen "Haufen" zu treten, bringt sprichwörtlich Glück, ein Tritt in
Scherben oder das spielen mit diesen kann - gerade bei kleinen Kindern - schwere Verletzungen hervorrufen.
Warum stört das keinen? Vielleicht liegt es ja daran, dass gegen Bier trinkende Nichthundehalter noch nicht in den Medien gehetzt wurde...
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