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Während meinen Recherchen zum Thema Tierschutz in Ungarn tauchte immer wieder der Vorwurf auf, dass einige Organisationen
nur Geld mit den Tieren aus dem Ausland machen wollen und sie eigentlich keinen Tierschutz sondern Tierhandel betreiben.
Ich denke man muss hier zwei Arten von Geldeinnahmen beim Tierschutz unterscheiden. Es gibt leider tatsälich Organisationen,
die nur darauf aus sind, mit Tieren aus dem Ausland viel Geld zu machen. Sie kaufen die Tiere "billig" im Ausland
(vor allem Osteuropa) ein und verkaufen sie dann teuer in Deutschland. Oft werden Tiere fälschlicherweise als Rassehunde
angepriesen, beim Alter wird gelogen, Krankheiten werden verschwiegen usw. Angeboten werden die Hunde in der Regel im Internet, da
man die Angaben so nicht überprüfen kann. Manchmal gibt es die angebotenen Hunde und Katzen noch nicht einmal.
Die Vermittlung läuft so ab, dass man im Voraus eine Schutzgebühr bzw. den "Kaufpreis" bezahlen muss
(der meist auch noch total überhöht ist) und danach entweder nie wieder was von der Organisation hört oder ein
Tier bekommt, dass nicht der Beschreibung entspricht, z.B. viel älter ist oder krank. Natürlich fühlen sich diese
Organisationen nach der Vermittlung/dem Verkauf nicht mehr für das Tier zuständig.
Aber auch seriöse Organisationen nehmen eine Schutzgebühr und diese dient wie der Name sagt, wirklich zum Schutz der
Tiere. Sie dient dazu Missbrauch zu vermeiden und vorschnelle Entscheidungen zu verhindern. Die Gebühr fliesst auch nicht
in die "Vereinskasse" sondern wird gebraucht um die Kosten für Impfung, Entwurmung, Chip und Transport des
Tieres zu decken. Üblicherweise liegt die Schutzgebühr bei ca. 200,- Euro.
Allein mit den Schutzgebühren können aber weitaus nicht alle Kosten gedeckt werden. Übernachtungen müssen
bezahlt werden, es entstehen Verwaltungskosten, kleine und größere Operationen sowie Kastrationsaktionen
kosten viel Geld, die Tiere müssen verpflegt werden usw. Außerdem fahren die Organisationen nicht nur nach Ungarn,
um dort Tiere abzuholen, sondern
unterstützen das dortige Tierheim, damit die Lebensbedingungen für die zurückbleibenden Tiere besser werden.
Die meisten Organisationen kümmern sich außerdem um Aufklärung, organisieren Treffen und Informationsstände
usw., damit die Situation grundsätzlich in Zukunft entschärft wird.
Tierschutz heißt mehr als nur Hunde holen, vermitteln
und Geld kassieren. All die Aufwendungen und Aktivitäten kosten viel Geld und die Schutzgebühr ist nur ein kalter
Tropfen auf den heißen Stein. Die Mitglieder arbeiten in der Regel ehrenamtlich und stecken viel privates Geld in den
Tierschutz. Zudem sollte man auch einmal bedenken, welch ein organisatorischer Aufwand hinter dem Ganzen steckt. Fahrten,
Vermittlungen, Aktivitäten müssen geplant und organisiert werden. Die Mitarbeiter stecken viel Zeit und körperliche und
seelische Anstrengung in ihr Engangement. Bilder und Geschichten im Internet oder Prospekten zu sehen ist das eine, aber vor Ort
zu sein, zu entscheiden, welchem Tier geholfen wird, den Mitarbeitern zu erklären, dass nicht genug Geld für Reparaturen
vorhanden ist, Tiere in der Tötung zurücklassen zu müssen, das ist eine ganz andere Sache.
Sicher gibt es viele skrupellose Tierhändler, aber ich finde man sollte nicht zu schnell urteilen und den Leuten, die
ihr ganzes Herzblut in den Tierschutz stecken, Respekt zollen.
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