Misshandelte Tiere

Wenn Tiere schlecht behandelt werden

In Ungarn ist die Haltung von Hunden und Katzen und die Einstellung Haustieren gegenüber in der Regel eine völlig andere als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wenn Sie Tieren in Ungarn helfen wollen, müssen Sie jedoch die Umstände und Gepflogenheiten in Ungarn mit berücksichtigen und sollten nicht blindlings und unüberlegt handeln.

Seien Sie daher bitte nicht voreilig bei der Beurteilung des Verhaltens gegenüber Tieren. Während es in Deutschland oft üblich ist, ein sehr inniges und fast menschliches Verhätnis gerade zu Hunden zu haben, betrachtet man diese in Ungarn eher zweckmäßig. Das entspricht aber nicht zwangsläufig einer schlechten Haltung. Wenn der Hund z.B. nicht ins Haus darf und statt Dosen-Hundefutter die Reste vom Mittagessen bekommt heißt das nicht, dass er schlecht behandelt wird.
Ein Hund sollte genügend Auslauf haben, ausreichend frisches Wasser und Futter und einen trockenen Unterschlupf, der im Sommer Schatten und im Winter Wärme bietet.

Wenn Sie sehen, dass Tiere schlecht behandelt werden, bringen Sie Ihre Missbilligung zum Ausdruck. Reden Sie mit den Tierhaltern - freundlich, auch wenn's schwer fällt - und bitten Sie um Änderung, zeigen Sie Alternativen auf! Bleiben Sie dabei aber immer ruhig, denn wenn die Verantwortlichen wütend werden, lassen sie Ihre Wut anschließend höchstwahrscheinlich am Tier aus und keinem ist geholfen. Zeigen Sie, dass Sie ein solches Verhalten nicht gut finden und argumentieren Sie aus Ihrer Sicht. Das Sie Tiere lieben und es Ihnen weh tut, ein Tier leiden sehen.

Wenn es sich um Privatleute handelt, versuchen Sie, die Bedingungen des Hundes zu verbessern. So könnten Sie bei Kettenhunden z.B. fragen, ob Sie mit dem Hund spazieren gehen dürfen, oder fragen Sie, ob sie dem Hund eine Hütte schenken dürfen etc.. Wenn Sie dem Besitzer den Hund einfach abkaufen, wird dieser schnellstmöglichst für "Nachschub" sorgen und der nächste muss leiden. Möglicherweise denkt er sich sogar, dass er auf diese Weise noch mehr Geld verdienen kann, indem er Hunde quält und so dass Mitleid der Touristen weckt. In diesem Fall wäre die Hilfsaktion nach hinten losgegangen!

Bei öffentlichen Stellen ist es am besten, diese in Zukunft zu meiden. Z.B. nehmen Sie die Dienstleistungen solcher Leute nicht mehr in Anspruch. Meiden Sie Hotels, Gastronomiebetriebe etc. wo Hunde dauerhaft an Ketten gehalten oder Tiere offensichtlich schlecht behandelt werden. Erzählen Sie auch anderen davon. Viele Ungarn leben vom Tourismus. Wenn Sie merken, dass die Touristen schlechtes Verhalten gegenüber Tieren missbilligen und deswegen sogar möglicherweise wegbleiben, werden sie dieses Verhalten vielleicht ändern.
Sollten über eine deutsche Organisation bzw. ein deutsches Reisebüro eine Vermittlung zu der entsprechenden Stelle stattgefunden haben, sollten Sie sich unbedingt auch bei der deutschen Stelle beschweren.

Zeigen Sie auf der anderen Seite auch deutlich, dass Sie tiergerechtes Verhalten hoch ansehen. Sprechen Sie Ihr Lob gegenüber Leuten aus, die ihre Tier gut behandeln, kaufen Sie bei solchen Stellen ein, buchen Sie nur Zimmer in tierfreundlichen Hotels usw. Empfehlen Sie solche Stellen weiter!


WICHTIG IST ES, DASS NICHT EIN MISSHANDELTES TIER GERETTET UND DURCH DAS NÄCHSTE ERSETZT WIRD, SONDERN SICH DIE EINSTELLUNG UND DIE BEDINGUNGEN GRUNDSÄTZLICH ÄNDERN!


Wenn Tiere misshandelt werden

Wenn Sie mitbekommen, dass ein Tier misshandelt wird, sollten Sie entsprechende Schritte einleiten und sich an die öffentlichen Stellen wenden. Erkundigen Sie sich zuerst, ob es in Ihrem Bezirk ein Tierheim oder einen Tierschutzverein gibt und fragen Sie dort nach, ob man Ihnen helfen kann.
Wenn es keinen entsprechenden Verein gibt, bzw. von dort keine Hilfe kommt, müssen Sie sich an den Notar Ihrer Gemeinde wenden. Diesen sogenannten "Jegyzo" gibt es in jeder Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung und in dessen Aufgabenbereich fällt auch der Tierschutz. Das heißt bei Fällen von Tiermissbrauch muss er der Sache nachgehen.

Rennen Sie diesem Jegyzo und dem örtlichen Bürgermeister "die Bude" ein und weisen Sie bei Desinteresse auf das ungarische Tierschutzgesetz hin. Es gibt auch in Ungarn ein strenges Tierschutzgesetz wonach seit kurzem sogar mit Gefängnis bestraft werden kann, wer Tiere quält. (Die Fälle von Tiermisshandlung sind jedoch, seit das Gesetz verschärft wurde, leider nicht weniger geworden, und bis heute gibt es kaum einen Fall, in dem eine Gefängnisstrafe für Tierquäler verhängt wurde.)

Sollten sich die Zuständigen in Ihrer Gemeinde auch nicht für die Gesetze interessieren, weisen Sie auch auf Konsequenzen hin (Einschaltung von Medien, Veröffentlichung im Internet, die nächsten Wahlen), lassen Sie es sich nicht gefallen, dass hier Tiere leiden und sterben müssen, obwohl es ein Tierschutzgesetz gibt, dem - wie jedem Gesetz - Folge zu leisten ist.
Und wenn Sie als Ausländer kein Ungarisch sprechen, dann nehmen Sie einen Dolmetscher mit, auch wenn es etwas kostet. Das sollte Ihnen die Hilfe für ein leidendes Tier schon wert sein!


Dies ist ein Auszug der Seite www.ungarn-tierschutz.de